Wasserwerk Schondorf am Ammersee

Generalplanung des harmonisch eingebundenen Neubaus am Waldrand

Der Zweckverband Wasserversorgungsgruppe Ammersee-West betreibt eine eigenständige Wasserversorgung der drei Gemeindegebiete Schondorf am Ammersee, Greifenberg und Eching. Ein Anlagenteil ist das Wasserwerk Schondorf, das zur Wasseraufbereitung dient. Um auch zukünftig die Wasserversorgung zu sichern, beabsichtigt der Zweckverband den Neubau des Wasserwerks Schondorf. Das Projekt wird bei WipflerPLAN seit Juni 2020 geplant – von der Vermessung, dem Wasserrechtsantrag und der Umweltverträglichkeitsprüfung über die Objektplanungen Gebäude, Ingenieurbauwerke und Verkehrsanlagen bis zur Verfahrens- und Prozesstechnik sowie der Bauüberwachung. Das Projekt befindet sich seit August 2023 im Bau. Die Fertigstellung ist für 2025 geplant.

Hochwertiges Trinkwasser: So funktioniert die Aufbereitung des Grundwassers

Das Rohwasser der beiden Tiefbrunnen enthält geringe Konzentrationen gelösten Eisens, Mangans und Ammoniums. Im neuen Wasserwerk wird dieses Rohwasser durch zwei Quarzkiesfilter geleitet - 200 m³/h Trinkwasser können so maximal aufbereitet werden, das sind 55 Liter - pro Sekunde! In den Filtern tragen sogenannte Klauenverdichter und Kompaktbelüfter Sauerstoff in das Wasser ein, um die Belastungen zu lösen. Die Filter werden durch regelmäßige Rückspülungen gereinigt. Für das Rückspülwasser ist östlich des Neubaus ein Absetzbecken mit 120 m³ Volumen vorgesehen. Das aufbereitete Wasser wird in zwei Reinwassertanks à 65 m³ zwischengespeichert. Von hier aus fördert ein Hauptpumpwerk mit 200 m³/h das reine Trinkwasser zum Hochbehälter Schondorf. Über eine weitere Druckerhöhungsanlage (140 m³/h) wird dann Greifenberg versorgt. Zudem sind drei Druckstoßkessel erforderlich.

Die Anbindung des neuen Wasserwerks erfolgt mittels Hauptwasserleitungen bis DN 300 GGG 500m. Zusätzlich wird eine zweite Versorgungsleitung nach Schondorf realisiert (DN 150 GGG, 200 m). Als Vorabmaßnahme erfolgt zur Baufeldfreimachung die Umlegung einer bestehenden Wasserleitung.

Nachhaltiges Gebäude: Massivbau mit Lärchenholzverkleidung und PV-Anlage

Die Holzfassade des Gebäudes greift in ihrer Materialität die Umgebung am Waldrand auf. Durch den bewussten Wechsel der Schalungsrichtung wird das Gebäude strukturiert, die Felder auf der Ostseite geben einen Hinweis auf die Tanks, die hinter der Fassade liegen. Der Stahlbetonbau aus zweischaligen Halbfertigteilen, zwei Meter im Grundwasser stehend, garantieren dem Gebäude Dichtheit. Im Inneren sind die Fertigteile in Sichtbetonqualität zu sehen - Anstrich und Putz können so entfallen. Insgesamt ist der Innenraum einfach gehalten: Fliesen auf dem Boden, Beton an der Wand, Holz an der Decke. Geländer, Treppen und andere Einbauteile sind angelehnt an die Versorgungsanlagen in Edelstahl gehalten. Das Wasserwerk wird über den an die Staatsstraße 2055 angrenzenden, gekiesten Wirtschaftsweg mit neuem Zufahrtstor und gepflastertem Zufahrtsbereich erreicht. Die Grünfläche des Außenbereichs um das Bauwerk wird neu angelegt und bepflanzt.

Erforderliche Maßnahmen im Projekt:

  • Kampfmittelfreimessung
  • Spundwandverbau aufgrund hohen Grundwasserstands
  • Bodenaustausch wegen stark bindigem Boden
  • Gutachtenbegleitung: Bauwerksanalyse, Bodengutachten, Naturschutz
  • Schnittstellenkoordination Tragwerksplanung, Elektro-Mess-Steuer-Regel-Technik, Rohrnetzberechnung, Druckstoßberechnung

Hereinspaziert: Unternehmen Sie eine Tour durch das Gebäude!