Modernes Wasserwerk Schondorf am Ammersee

Eine zukunftsweisende Investition in die Trinkwasserversorgung und das ökologische Bauen

Der Zweckverband Wasserversorgungsgruppe Ammersee-West betreibt eine eigenständige Wasserversorgung der drei Gemeindegebiete Schondorf am Ammersee, Greifenberg und Eching. Ein Anlagenteil ist das Wasserwerk Schondorf, das zur Wasseraufbereitung dient. Um die Wasserversorgung zu sichern, beabsichtigte der Zweckverband den Neubau des Wasserwerks Schondorf. Das Projekt wurde bei WipflerPLAN ab Juni 2020 geplant – von der Vermessung, dem Wasserrechtsantrag und der Umweltverträglichkeitsprüfung über die Objektplanungen Gebäude, Ingenieurbauwerke und Verkehrsanlagen bis zur Verfahrens- und Prozesstechnik sowie der Bauüberwachung.

Nachhaltiges Gebäude: Massivbau mit Lärchenholzverkleidung und PV-Anlage

Die Holzfassade des Gebäudes greift in ihrer Materialität die Umgebung am Waldrand auf. Durch den bewussten Wechsel der Schalungsrichtung wird das Gebäude strukturiert, die Felder auf der Ostseite geben einen Hinweis auf die Tanks, die hinter der Fassade liegen. Der Stahlbetonbau aus zweischaligen Halbfertigteilen, zwei Meter im Grundwasser stehend, garantieren dem Gebäude Dichtheit. Im Inneren sind die Fertigteile in Sichtbetonqualität zu sehen - Anstrich und Putz können so entfallen. Insgesamt ist der Innenraum einfach gehalten: Fliesen auf dem Boden, Beton an der Wand, Holz an der Decke. Geländer, Treppen und andere Einbauteile sind angelehnt an die Versorgungsanlagen in Edelstahl gehalten. Das Wasserwerk wird über den an die Staatsstraße 2055 angrenzenden, gekiesten Wirtschaftsweg mit neuem Zufahrtstor und gepflastertem Zufahrtsbereich erreicht. Die Grünfläche des Außenbereichs um das Bauwerk wird neu angelegt und bepflanzt.

Moderne Trinkwasseraufbereitung: Verfahrenstechnik sorgt für beste Trinkwasserqualität

In einer Trinkwasseraufbereitungsanlage werden meist mehrere verfahrenstechnischen Schritte kombiniert, so dass am Ende der Aufbereitungskette ein hygienisch einwandfreies Trinkwasser mit möglichst natürlicher Zusammensetzung bereitgestellt wird.
Im konkreten Fall wird das aufzubereitende Rohwasser aus zwei Brunnen mit je 100 m³/h gewonnen und mittels zweier Rohwasserleitungen zum neu errichteten Wasserwerk geführt. Hier erfolgt die Anreicherung des Wassers mit Sauerstoff zur Enteisenung- und Entmanganung, der eigentlichen Trinkwasseraufbereitung. Hierfür wird das Wasser 2-straßig mit einem Aufbereitungsvolumen von 100 m³/h je Straße, also insgesamt von 200 m³/h durch zwei Quarzkiesfilter geleitet. Das hieraus gewonnene Reinwasser wird in zwei Edelstahlbehälter à 60 m³ zwischengespeichert. Anschließend wird über eine Druckerhöhungsanlage mit drei Pumpen Schondorf sowie Eching versorgt. Greifenberg wird über eine zusätzliche Druckerhöhungsanlage mit fünf Hauptpumpen und einer Nachtpumpe versorgt.

Das Projekt befindet sich seit August 2023 im Bau. Im Oktober 2024 konnte das Richtfest gefeiert werden. Zu den Anwesenden zählten u. a. Wassermeister Roland Haberl, Verbandsvorsitzender Alexander Herrmann, Planer Steffen Grellmann und Uttings Bürgermeister Florian Hoffmann. Die Fertigstellung ist für 2025 geplant.