ZU DEN BEREICHEN
Mehr Sicherheit für Gerolsbach
Kreisverkehr und PAF 7 jetzt auch rechtlich abgeschlossen
Der Kreisverkehr in Gerolsbach ist nicht nur baulich, sondern nun auch rechtlich vollständig abgeschlossen – damit findet ein mehr als 13-jähriger Planungs- und Abstimmungsprozess seinen Abschluss.
Planfeststellungsverfahren: Projektabschluss nach 13 Jahren
Mit dem Umbau der unübersichtlichen, versetzten Kreuzung der Staatsstraße St 2084 mit der Kreisstraße PAF 7 in Gerolsbach zu einem modernen Kreisverkehr konnte eine außergewöhnlich lange Planungs- und Genehmigungsphase erfolgreich abgeschlossen werden. Nachdem der Kreisverkehr bereits im Juli 2024 für den Verkehr freigegeben worden war, konnte im November 2025 mit der einvernehmlichen Klärung aller dinglichen Rechte nun auch das formale Verfahren beendet werden. Der Donaukurier berichtet ausführlich über die Hintergründe, die vor allem im Grunderwerb und in komplexen Nutzungsrechtsfragen lagen.
Verbesserte Verkehrssicherheit und Ortsgestaltung
Ziel der Maßnahme war es, eine zuvor unübersichtliche und sicherheitskritische Knotenpunktsituation in der Ortsmitte von Gerolsbach dauerhaft zu entschärfen. Der neue Kreisverkehr mit einem Außendurchmesser von rund 30 Metern sorgt heute für einen ruhigeren Verkehrsfluss, bessere Sichtverhältnisse sowie deutlich erhöhte Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmenden. Begleitende Maßnahmen wie der Neubau einer Brücke über den Gerolsbach, die Verlegung des Kanals im Baufeld und der Lückenschluss des straßenbegleitenden Geh- und Radwegs auf etwa 6,3 Kilometern tragen zusätzlich zur Aufwertung der Ortsdurchfahrt und des öffentlichen Raums bei.
Projektbeschreibung
Die Maßnahme umfasst den Ausbau der Kreisstraße PAF 7 zwischen Jetzendorf und Gerolsbach, einschließlich des Neubaus eines straßenbegleitenden Geh- und Radwegs, der Erneuerung der Ortsdurchfahrt Lichthausen sowie des Rückbaus nicht mehr benötigter Verkehrsflächen. Zentrales Element ist der Umbau der vormals unübersichtlichen, innerörtlichen Kreuzung von St 2084 und PAF 7 zu einem Kreisverkehr mit etwa 30 Metern Außendurchmesser, um Leistungsfähigkeit, Sichtverhältnisse und Verkehrssicherheit deutlich zu verbessern. Grundlage war eine Variantenuntersuchung verschiedener Knotenpunktformen, aus der der Kreisverkehr als optimale Lösung unter Abwägung von Sicherheit, Verkehrsqualität und Flächenverbrauch hervorging.
Neben dem eigentlichen Knotenpunkt wurden Trassierung und Höhenlage der PAF 7 optimiert, die Fahrbahn von 5,5 auf 6,0 Meter verbreitert, abschnittsweise der Oberbau verstärkt und der Lückenschluss des Geh- und Radwegs entlang der Strecke hergestellt. Damit konnten sowohl die Verkehrssicherheit für den Kfz-Verkehr als auch die Bedingungen für Fußgängerinnen, Fußgänger und Radfahrende entlang der Verbindungsstrecke nachhaltig verbessert werden.
Ingenieur- und Wasserbau
Zur Verbesserung der Infrastruktur und zur Freimachung des Baufeldes wurde eine neue Brücke über den Gerolsbach als Rahmenbauwerk mit einer Stützweite von 8,70 Metern errichtet. Ergänzend erfolgten die Umlegung eines Mischwasserkanals DN 800 in der Ortsdurchfahrt Gerolsbach, Kanalerneuerungen in Lichthausen sowie der Neubau eines Wellstahldurchlasses mit 2,0 Metern lichter Weite für den Purrabach. Ein Retentionsausgleich von rund 100 Kubikmetern Volumen in Kombination mit naturschutzfachlichen Ausgleichsmaßnahmen, ökologischer Baubegleitung und hydraulischen Berechnungen zur Hochwasserfreilegung in Gerolsbach stellte die wasserwirtschaftliche Verträglichkeit sicher.
Gleichzeitig wurde die Ortsmitte durch Begrünungsmaßnahmen, Ersatzaufforstungen, Bepflanzung von Straßenbegleitgrün und Ausgleichsflächen sowie einen verbesserten Zugang zum Gerolsbach gestalterisch aufgewertet. Die fachgerechte Entsorgung PAK-belasteter Bestandsbaustoffe und die Umsetzung von Hochwasserschutzmaßnahmen an der Brücke zählen zu den besonderen Herausforderungen des Projekts.
Umfang, Zeitraum und Besonderheiten
Das Gesamtvolumen des Projekts liegt bei rund 10 Millionen Euro brutto. Die Planungszeit erstreckte sich von Oktober 2012 bis Dezember 2023, das Planfeststellungsverfahren lief von Februar 2019 bis Oktober 2021 und die Bauzeit von August 2018 bis Juni 2024. Die Maßnahme wurde über RZStra-Förderprogramme unterstützt und erforderte eine enge Abstimmung zwischen Landkreis Pfaffenhofen a. d. Ilm als Auftraggeber, Staatlichem Bauamt und Fördermittelgebern.
Leistungen von WipflerPLAN
WipflerPLAN erbrachte für das Projekt Vermessung, die Objektplanung der Verkehrsanlagen, Ingenieurbauwerke und Freianlagen jeweils in den Leistungsphasen 1 bis 9 sowie die Tragwerksplanung der Brücke in den Leistungsphasen 1 bis 6. Hinzu kamen der landschaftspflegerische Begleitplan mit spezieller artenschutzrechtlicher Prüfung (saP), Umweltbaubegleitung, hydraulische Gutachten, die Ausarbeitung von Fördermittelanträgen, die örtliche Bauüberwachung sowie die Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordination (SiGeKo). Damit deckte WipflerPLAN über die gesamte Projektlaufzeit hinweg ein interdisziplinäres Leistungsspektrum von der ersten Idee bis zur rechtlichen und baulichen Fertigstellung ab.





