ZU DEN BEREICHEN
Machbarkeitsstudie zur besten, verfügbaren Technik
WipflerPLAN legt Lösungsstrategien zur Abwasserreinigung der Gunvor Raffinerie Ingolstadt vor
Die EU-Richtlinie zur Anwendung der besten verfügbaren Technik und Anhang 45 AbwV haben seit 22. August 2018 die Anforderungen an die Abwasserablaufqualität in Kläranlagen verschärft. Zur anforderungsgerechten Modernisierung der Kläranlage hat WipflerPLAN drei Konzeptvarianten erarbeitet: Ein MBR-Verfahren (Membran-Belebungs-Reaktor), die Umstellung auf einen SBR-Betrieb (Sequencing Batch Reactor) und die Vergrößerung der bestehenden Belebung wurden untersucht.
Bei der Raffination von Rohöl entstehen Energieträger wie Benzin, Flüssiggas und Heizöl. Auf seinem Weg zum Endprodukt durchläuft das Rohöl eine Vielzahl verfahrenstechnischer Prozesse. Entlang dieser Prozesskette fallen unweigerlich Rest- und Abfallstoffe an, die fachgerecht verwertet oder entsorgt werden. Pro Jahr benötigt die Raffinerie 2 Million m³ Brauchwasser. Der Großteil dieses Wassers wird nicht verunreinigt und dient z.B. als Kühlwasser. Rund 700.000 m³ durchlaufen die raffinerieeigene Kläranlage. Die Hälfte davon ist oberflächlich abfließendes Regenwasser, welches einer biologischen Reinigung unterzogen und anschließend als Brauchwasser wiederverwendet wird. Beim Rest handelt es sich um belastete Prozessabwässer, die einer intensiven Reinigung unterzogen werden müssen. Die Prozessabwässer werden separat vom Regenwasser behandelt. Die Abwasserreinigung besteht aus einer Druckentspannungsflotation mit Fällung und Flockung, einer biologische Reinigungsstufe mit Nitrifikation und Denitrifikation und einer Nachklärung mit einem separaten Nachbelüftungsbecken. Ihrer Verantwortung für den Umweltschutz folgend, beauftragte die Gunvor Raffinerie Ingolstadt WipflerPLAN mit der Erstellung einer Machbarkeitsstudie zur Umsetzung der Besten Verfügbaren Technik bei der Prozessabwasserreinigung.
Die Studie beinhaltete die Aufnahme und Bewertung des Bestandes sowie die Identifikation und Beschreibung bestehender Optimierungspotentiale. Zwei Alternativen zur verfahrenstechnischen Neuausrichtung der Abwasserreinigung und eine Variante zur Modernisierung der Bestandsanlage erlauben es, unterschiedliche Optionen gegeneinander abzuwägen. Jede Variante berücksichtigt die Rahmenbedingungen und Besonderheiten vor Ort, wie beispielsweise das unvermeidbare Auftreten von Frachtspitzen im Zulauf der Kläranlage. Die Konzepte beinhalten soweit möglich die Weiternutzung des baulichen Bestands. Extra Puffervolumen und eine Früherkennung von Frachtspitzen erhöhen die Prozessstabilität. Neben der Vorbemessung der Verfahren und einer Kostengegenüberstellung beinhaltet die Studie auch konkrete Empfehlungen zur zukünftigen Maschinen- und Anlagentechnik sowie zur Prozessregelung.





